Dieses Prosabuch von Balzs Mesterhzy, das nun auch in deutscher bertragung vorliegt, ist nach zwei Gedichtbchern der erste Prosaband des Autors (dem drei weitere Gedichtbnde folgen), in dem die poetische Werkgrundierung keineswegs in den Hintergrund rckt. Jinker ist eine bemerkenswerte Prosa, eine wunderbare Lektre, deren Komplexitt und Originalitt von der ungarischen Presse entsprechend gelobt wurde. Man kann das Buch lesen als eindrucksvolle Sammlung jugendlicher Kneipenabenteuer, als Einladung zu einer Reise in die Tiefen des lndlichen Ungarn oder als postmodernes, fragmentarisches, entpoetisiertes musikalisches Experiment, den kleinen Freuden des Lebens gewidmet.Ein Mond, der angeklfft wird. Ein Hund am Fahrradlenker. Schon diese Bilder ziehen hinein in eine Welt, die mit einem leisen Wink an Hrabal erinnert. Jinker - allein die Gattungsbezeichnung "Novellenroman" macht hellhrig - verdichtet Erinnerungen an eine Jugend im ungarischen Gynk (Deutsch: Jink) zu funkelnden Miniaturen.Mesterhzy, selbst Schler einer deutsch-ungarischen Schule, fgt Einzelschicksale zu einem schillernden Ganzen: ironisch, surreal, von prziser Form. Tod und Lebenslust stehen einander nah, Alkoholsucht und Liebesabenteuer, Ehebruch und Depression, jugendlicher Leichtsinn und leise Verzweiflung balancieren zwischen Fantasie, Fiktion und gelebter Erfahrung.Das in Ungarn vielbeachtete Buch ist verfhrerisch - durch seine eloquenten Bilder, seinen unverwechselbaren Ton und die schiere Lust am Erzhlen.